In den ersten milden Frühlingstagen wird die Geduld meiner nichtgärtnernden Freunde jährlich auf eine harte Probe gestellt.
Jeder Besuch beginnt mit einer Runde durch den Garten.
Da reichen 5 Grad plus und ein wenig Sonne und mir geht das Herz auf, meine Besucher sollten sich auch besser dem Wetter entsprechend kleiden, denn meine Gartenrunde ist schließlich keine Rennbahn! Langjährige Freunde pflegen zu diesem Zweck feste Schuhe und Arbeitsjacken im Auto mitzuführen, denn nicht selten ist auch ein kleiner Arbeitseinsatz geplant. Einige Arbeiten wurden schon so oft von mir verteilt, dass sie schon selbstständig von meinen Freunden übernommen werden können. Es gibt mir zu denken, dass einige schon besser als ich wissen wo die Kübelpflanzen ihren Sommerplatz haben und wo welche Regentonne aufzustellen und anzuschließen sind.
Fragende und zweifelnde Blicke ernte ich beim Hinweis auf Mammutbäume die sogar ich im Moment noch leicht überrage und auf wunderbar blühende Bäume jetzt nur wie dürre Äste aussehen.
Ob ich besondere Brillen hätte, durch die ich in die Zukunft schauen könne, wurde ich nicht selten gefragt.
„Vielleicht“ war meine Antwort.
Wer keinen Garten besitzt will nichts von Mischkultur hören außer es bezieht sich auf die Mischung von Wein und Wasser, keinen interessiert mein zukünftiges Moorbeet es sei denn es hätte 37 Grad und man könnte darin eine Schönheitskur machen. Sie verwechseln Permakultur mit Permafrost und zittern vor Kälte obwohl ich ihnen meine Sommerwiese in den schönsten Farben erkläre.
Gut, dass der Kachelofen geheizt ist und es dieser Tage auch viele andere, interessante Gesprächsthemen gibt.
